Hab mich auch gleich blamiert. Ich war schon so oft in der Festhalle zu Seminaren mit Tony Robbins und Joseph McClendon. Und habe mich tatsächlich gefragt, wieso ich das riesen Messegelände übersehen konnte. War wohl zu Tony-hypnotisiert um zu merken, dass ich jedesmal mittendrin war. Peinlich...
Aber egal. Die tollen Erinnerungen an meine Feuerläufe des Nachts zu Füßen der Festhalle, die tolle Stimmung mit all den Menschen aus aller Welt... das tat gut. Und ich besuchte den Platz, an dem ich mir vor 7 Jahren das Rauchen schlagartig abgewöhnt hatte. Problemlos. In Anbetracht der zahlreichen Lebenshilfe- und Erfolgsratgeber für alle Lebenslagen auf der Buchmesse war ich thematisch nicht weit von meinen früheren Festhallen-Erlebnissen entfernt.
"Input! Input! Input!"
Wie dem auch sei... jetzt war ich das erste Mal auf der Frankfurter Buchmesse. Trotz der freiwilligen Beschränkung auf den Besuch der Fachbuchstände ein unglaubliches Paradies für mich Leseratte. Kennen Sie noch den lustigen Film "Nr. 5" aus den 80er Jahren? Dieser süße Roboter, der in wenigen Minuten eine ganze Stadtbücherei auslesen konnte und auch noch alles gespeichert hatte, was er da gelesen hat. Das könnte ich auch gern. Mal eben 1000 Bücher lesen.
Zu meiner Freude als Verkaufstexterin präsentierten die Verlage eine riesige Menge Ratgeberliteratur für alle Lebensbereiche und Businesssparten. Da warten gaaaanz viele Bücher, Sammelwerke und elektronische Angebote auf ihre erfolgreiche Vermarktung. Soweit ich aus meinen Recherchen und Gesprächen festgestellt habe, setzen immer noch die meisten Fachverlage auf klassisches Marketing, klassische Vertriebswege und klassisches Onlinemarketing. Das schreit nach neuen Strategien und emotionalen, verkaufsstarken Landingpages! ;-)
Interessante Erkenntnisse zwischen zwei Häppchen
Beim leckeren Schmaus, zu dem wir vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft eingeladen waren, wurde ich überrascht. Es werden mehr Telefonbücher nachgefragt denn je! Das verriet uns ein Gesprächspartner, der in Bonn Telefonbücher verlegt. Ich war verblüfft. Hätte gedacht, sowas Verstaubtes wäre längst aus der Mode. Aber nein.
Nach wie vor gelten Anzeigen in den Gelben Seiten als wichtiges Marketing-Instrument. Und es werden auch häufiger historische Telefonbücher für allerhand Recherchen nachgefragt. Das war richtig spannend. Vorurteile sind eben Urteile vor Faktenkenntnis ;-).
Mein Fazit: Da gibt es noch viel zu tun, um Verlagen die effizienten und innovativen Direktmarketingstrategien näher zu bringen, mit denen sie nicht nur Werbekosten sparen, sondern auch noch mehr Umsatz machen. Der klassische Weg vorrangig über den Buchhandel und Onlineshops ist zu weit weg vom Kunden, um das wahre Umsatzpotenzial gerade im Ratgeberbereich auszuschöpfen.
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